Ende der Kälteschutzperiode 2014/2015: München zieht Bilanz

Kältschutzprogramm der Stadt München

Der 01. April 2015 hat in München das reguläre Ende der Kälteschutz-Periode eingeläutet. Nun hat die Stadt mit dem Evangelischen Hilfswerk Bilanz gezogen.

„Das Kälteschutz-Programm hat sein Ziel voll erreicht“, so Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks. Laut Sozialreferentin Brigitte Meier habe sich zwar die Zahl der sogenannten Armutszuwanderer erhöht, die soziale Infrastruktur der Landeshauptstadt könne das aber „noch verkraften“. In 151 Nächten bot die Kältenothilfe vielen Menschen Obdach und Schutz. Insgesamt waren es rund 3.500 Bedürftige, die vor der bitteren Kälte Zuflucht gesucht hatten. Insbesondere die Einweisungs- und Beratungsstellen „Schiller 25“ und FamAra, die vom Evangelischen Hilfswerk im Auftrag der Stadt betrieben werden, haben einen großen Beitrag zur Vermittlung der Hilfesuchenden geleistet.
Kein obdachloser Mensch ist während der kalten Jahreszeit in München zu Schaden gekommen“, so Gordon Bürk.

KälteschutzprogrammDie Landeshauptstadt hat in der kalten Jahreszeit sehr viel für diese Bedürftigen getan. Die Platzangebote wurden ausgebaut und nicht zuletzt hat man diesen Winter erstmalig von der Null-Grad-Regelung abgesehen. Diese Stadtratsentscheidung wurde von der Münchner Wohlfahrtspflege sehr befürwortet. Viele Personen waren dadurch nicht gezwungen, bei sehr geringen Plustemperaturen auf der Straße zu übernachten. Vor allem betroffen sind die sogenannten Armutszuwanderer aus süd- und osteuropäischen Ländern. Diese Menschen können sich in ihrer Not nicht auf einen gesetzlichen Hilfeanspruch berufen. Sie gelten weder als Wohnungslose noch als Flüchtlinge. Ihnen wird nur im Einzelfall geholfen.

Diese kleine Gruppe ist es, um die sich die Wohlfahrtspflege und Kirchen sorgen. Vor allem trieb sie die Frage an, was nach Ende des Kälteschutzes mit den 53 Familien mit Kindern passieren wird. Sehr begrüßt wurde daher die Ankündigung des Sozialreferates, individuelle Einzelfall-Lösungen zu suchen. Das Wohnungsamt und die Jugendhilfe konnten Hand in Hand mit der Caritas und der Inneren Mission bereits insgesamt 42 Familien sicher unterbringen. Weitere vier Familien sind dazu bereit, die Rückreise in ihr Heimatland anzutreten. Bei sieben Familienverbänden mit insgesamt 16 Kindern ist es leider noch nicht klar, wie man verfahren wird. Die sichere Unterbringung dieser sieben Familien ist der Arge Freie ein sehr großes Anliegen, zumal sie alle gut integriert sind. Laut Gordon Bürk gehen die Eltern einer Beschäftigung nach und die Kinder besuchen entweder die Schule oder den Kindergarten.

Der Münchner Wohlfahrtspflege liegt der Zusammenhalt der Familien sehr am Herzen. Norbert J. Huber, Sprecher der Arge Freie, hofft auf einen gemeinsamen Platz für die einzelnen Familienmitglieder. „Sie sollen nicht aufgrund der fehlenden Unterbringung getrennt werden“, so Huber.

Andrea Untaru, die Leiterin von „Schiller 25“ betonte, dass die Hilfebedürftigen „versuchen, hier Fuß zu fassen, um zu arbeiten“. Sobald sich ihnen die Möglichkeit geboten hatte, haben sie versucht, auch in Wohnheimen oder anderen Plätzen unterzukommen. 60 Prozent der Personen, die im Kälteschutz Obdach gefunden hatten, blieben nicht länger als 9 Tage in der Bayernkaserne.

Der Zukunftsglaube an ein besseres Leben und die Hoffnung nach Arbeit wird auch im Frühjahr wieder viele Menschen nach München locken. Gut, dass es die Mitarbeiter von „Schiller 25“und FamAra gibt, die sich nun auch nach Ende des Kälteschutzes auf der Straße und in den Grünanlagen der LHM mit Rat und Tat um diese Personen kümmern werden.

Weitere Zahlen, Fakten und Hintergründe zum Thema Kälteschutz bietet Ihnen die Pressemitteilung der Inneren Mission und dieser SZ-Artikel.