Mehr Flüchtlingsunterkünfte: Die Arge Freie setzt sich für Akzeptanz größerer Einrichtungen ein

Flüchtlingshilfe

Laut aktuellen Prognosen werden dieses Jahr mehr Flüchtlinge in München erwartet als vor 20 Jahren.
Insgesamt rund 12000 Menschen muss die Landeshauptstadt München bis Ende 2015 Obdach gewähren, das sind weitere 4000 bis 6000 Personen, die untergebracht werden müssen.
Um diesen Flüchtlingsstrom zu bewältigen, braucht es mehr und auch größere Gemeinschaftsunterkünfte, so die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege. In diesem Sinne ruft die Arge Freie die Münchnerinnen und Münchner zu erhöhter Akzeptanz solcher Einrichtungen in ihrer Nachbarschaft auf. „Der Wunsch nach kleinen Einheiten und einer gerechten Verteilung nach Stadtvierteln ist verständlich. Dennoch werden wir mehr und auch größere Asylunterkünfte brauchen“ sagt ihr Sprecher Norbert J. Huber.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen sieht auch die Stadt München einen dringenden Handlungsbedarf. Sozialreferentin Brigitte Meier präsentierte dem Stadtrat vor Ostern ein schlüssiges Konzept, das sich zusammen mit den Leistungen der Wohlfahrtsverbände, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften die Betreuung und Beratung der Flüchtlinge und Asylbewerber übernehmen, als bewährtes Modell darstellt.

Neben den vorgesehenen Gemeinschaftsunterkünften will die LH München notgedrungen weitere 2000 Plätze für Flüchtlinge in Containerdörfern schaffen. Jeweils 500 Menschen können in einem solchen Dorf beherbergt werden.

Im Bedarfsfall sollen auch Notlager im alten Siemens-Bürokomplex in Bogenhausen bzw. in einer Sporthalle am Rande von Trudering eröffnet werden, die Platz für 400 oder noch mehr Asylsuchende bieten. Norbert J. Huber ist es als Geschäftsführer der Caritas-Zentren München Stadt/Land und als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege in München sehr wichtig, in der Planung der neuen Gemeinschaftsunterkünfte maßgeblich auf den Platz für die Kinderbetreuung und für den Unterricht der Kleinen zu achten: „In den bestehenden Gemeinschaftsunterkünften fehlen Räume für unsere Arbeit vor allem mit den Kindern“, so Huber.

Fest steht, dass es am Rande des Euro-Industrieparks eine neue Erstanlaufstelle mit 600 Betten und Drehscheibencharakter geben wird. Im neuen Ankunftszentrum (AZ) sollen neuankommende Asylsuchende innerhalb von 24 Stunden erfasst, medizinisch versorgt und in Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt werden. Die neue Anlaufstelle wird ab Mai 2015 die Einrichtung in der Baierbrunner Straße ersetzen.

Mehr Informationen finden hier und in der SZ-Berichterstattung.