Podiumsdiskussion 10 Jahre Migrationsberatung für Erwachsene

Podiumsdiskussion 10 Jahre Migrationsberatung für Erwachsene

Ausbau der Migrationsberatung. Jetzt!

Die Veranstaltung wurde vom Sprecher der Arge Freie, Herrn Norbert J. Huber, eröffnet. Angesichts der aktuellen Einwanderungssituation mahnte er in seiner Rede an: „Es braucht jetzt einen Ausbau der Migrationsberatung. Es braucht jetzt mehr Ressourcen, damit Integration gelingt. Sonst wird es nicht nur teuer, sondern auch sehr konfliktreich.“

Im Anschluss blickte Herr Uwe Sonntag, Sprecher des Trägerkreises, auf die wichtigen Aspekte von 10 Jahren MBE schlaglichtartig zurück. Er erläuterte u.a., dass das BAMF eine Klientenbefragung durchgeführt hat, die positive Ergebnisse für die Arbeit der MBE hervorbrachte. Herr Sonntag bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MBE: „Dies ist vor allem Ihr Erfolg!"

Interessante Einblicke in die Arbeit der MBE gaben drei ehemalige Ratsuchende der MBE sowie eine Migrationsberaterin. Kernaussagen ihrer Beiträge waren, dass die Zuwanderer ein hohes Maß an Kompetenzen und Fertigkeiten aufweisen, in die vertraut werden muss. Integration ist ihrer Ansicht nach nur aus eigenem Willen und mit eigener Kraft möglich, eine Willkommenskultur dafür aber ist unabdingbar.

Die Podiumsdiskussion mit Frau Brigitte Meier (Sozialreferentin, LHM), Herrn Rudolf Winter (Referatsleiter, BAMF), Herrn Andreas Erwig (Referat für Integrationspolitik, StMAS) und Herrn Harald Löhlein (Vorsitzender FA Migration, BAGFW) unter der Moderation von Frau Sabine Tschainer war geprägt von der Finanzierung der MBE und den steigenden Anforderungen der Migrationsarbeit. Herr Winter gab an, dass das BAMF sehr zufrieden ist mit der Arbeit der MBE. Nachdem in 2015 bereits eine Erhöhung von 8 Mio. € für die MBE beschlossen wurde, sollen für 2016/17 weitere 10,5 Mio. € zur Verfügung gestellt werden, so dass insgesamt 45 Mio. € an die Träger der Migrationsberatung bundesweit fließen. Angesichts der Tatsache, dass vermutlich ca. 3 Mio. € vom Jobcenter alleine für die Integration von Flüchtlingen in München zur Verfügung gestellt werden, bemängelt Frau Meier das Finanzierungspaket für die Migrationssozialberatung des Bundes als mager und unbedingt verbesserungswürdig. Auch wurde von der Sozialreferentin und den Vertretern der Verbände kritisiert, dass eine Kofinanzierung der MBE durch die Kommune nicht möglich ist, so dass kommunalgeförderte Integrationsmaßnahmen im Rahmen der MBE kaum realisierbar sind. Herr Löhlein verdeutlicht, dass die Verbände angesichts der Erhöhung der Bundmittel ihre Eigenmittel nicht erhöhen müssen, was eine begrenzte Verbesserung der Finanzierungssituation der Träger darstellt. Auf Landesebene ist lt. Herrn Erwig geplant, die Qualifikationskriterien der Migrationsberaterinnen und -berater zu vereinfachen. Zudem sollen 1,5 Mio. € für flankierende Maßnahmen sowie 500 Mio. € für Sonderprogramme zusätzlich in den Haushalt 2016 eingestellt werden. Was diese Sonderprogramme beinhalten, wurde jedoch nicht benannt. Aus der Diskussion wurden verschiedene offene Fragen mitgenommen: Wann wird die MBE regelfinanziert? Unter welchen Kriterien ist eine Kofinanzierung möglich? Welche Fördermaßnahmen beinhaltet das Sonderprogramm?

Zur Abrundung der Diskussion wurde an die Teilnehmenden und das Publikum die Frage gestellt, wie ihr Statement zum 20-jährigen Jubiläum der MBE ausfallen würde. Die Wünsche und Aussagen waren vielfältig, entscheidend war jedoch, dass die Stellung der MBE gestärkt ist und eine wichtige aktive Rolle in der Integration einnimmt. Die Finanzierung und Rahmenbedingungen müssen optimal sein.

Im Anschluss an die Veranstaltung kam es bei Häppchen zu einem regen Meinungsaustausch zwischen den Teilnehmenden und dem Publikum.

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