Der Dritte Arbeitsmarkt in München

Dritter Arbeitsmarkt zwei

Der Erfolg dieses Projektes, der sehr eng mit dem Schicksal vieler Langzeitarbeitsloser Menschen hier in München verknüpft ist, ist uns sehr wichtig“ so Norbert J. Huber, Sprecher der Arge Freie, Vorsitzender des Bündnisses „München sozial“ und Geschäftsführer der Caritas-Zentren München Stadt-Land.

Die Arge Freie setzt sich mit der Forderung eines Dritten Arbeitsmarkt in München bereits seit Jahren für Langzeitarbeitslose ein. Dies kommt auch in der Stellungnahme der Arge Freien zum Entwurf der Beschlussvorlage (Version: Ende Juni 2015) des Referates für Arbeit und Wirtschaft (RAW) der LHM für den Stadtrat deutlich zum Ausdruck.

Darin moniert die Arge Freie die Kennzahlen zur Bemessung der Trägereignung.
Diese sollen einen Anspruch auf Transparenz haben und wissenschaftlich haltbar sein. Die aktuellen Kennzahlen werden diesem Anspruch leider nicht gerecht und spiegeln vor allem keine Maßnahmequalität wieder. Dies bestätigt auch Arbeitsmarktexperte Herr Prof. Dr. Stefan Stell des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik in seiner wissenschaftlichen Stellungnahme.

Im Nachgang an den ersten Entwurf der Stadtratsvorlage und der dazugehörigen Stellungnahmen wurde die Stadtratsvorlage modifiziert.
Die Arge Freie begrüßt in der letzten bekannten Version der Vorlage ausdrücklich die darin beabsichtigte Einführung eines Beirates zum Dritten Arbeitsmarkt, bestehend aus allen maßgeblichen Akteuren und befürwortet die politische Besetzung des Vorsitzes. In der Etablierung des Beirates spiegelt sich insbesondere der Ansatz wieder, das Konzept des Dritten Arbeitsmarktes in München in der Diskussion mit allen tangierten Partnern zu entwickeln.
Dies wird den Belangen sozialer Arbeitsmarktpolitik und den schwierigen Lebenslagen langzeitarbeitsloser Menschen in der Stadtgesellschaft gerecht. Angesichts des aktuellen Bedarfs bringt die Arge Freie gerne konstruktiv ihre Kompetenz und ihre langjährige Erfahrung im Bereich der beruflichen Teilhabe ein.

Allerdings ist die Arge Freie der Meinung, das Hauptaugenmerk des Dritten Arbeitsmarktes sollte auf der Förderung sozialversicherungspflichtiger Dauerarbeitsplätze liegen. Die Stellen dürfen nicht befristet sein. Gerade für langzeitarbeitslose Menschen mit Vermittlungshemmnissen braucht es eine echte Chance zur beruflichen Reintegration:
„Insbesondere langzeitarbeitslose Menschen haben es schwer und brauchen eine sichere Perspektive. Sie dürfen nicht von einer Maßnahme zur nächsten geschickt werden“, betont Norbert J. Huber.

Der Dritte Arbeitsmarkt sollte bereits am 14.07.2015 auf der Agenda des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft stehen. Da noch Abstimmungsbedarf herrscht, wird der Stadtrat sich mit dem Thema nun erst nach dem Sommer befassen. Die Diskussion der Arge Freie mit dem Referat für Arbeit und Wirtschaft hält derzeit an.
Der beidseitige Wunsch nach einem beständigen Austausch zwischen Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und Wohlfahrtsverbände wurde von Josef Schmid, Zweitem Bürgermeister und Referenten für Arbeit und Wirtschaft der LHM bekräftigt.

Lesen Sie die letzte uns bekannte Version der Stadtratsvorlage zum Dritten Arbeitsmarkt. Und hier können Sie die dazugehörigen Anhänge einsehen:
Anhang 1,
Anhang 2,
Anhang 3,
Anhang 4.

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